Glücklich sein trotz Sinnlosigkeit? Schopenhauers Lebensweiheiten

Was kann uns Arthur Schopenhauer heute noch sagen? Wo für ihn das Leben doch eh sinnlos und Glück für den Menschen unerreichbar war …
Trotzdem gibt er in seinen „Aphorismen zur Lebensweisheiten“ einige praktische Tipps, worauf wir achten sollten, wenn wir Momente der Zufriedenheit erleben wollen.

Arthur Schopenhauer: Aphorismen zur Lebensweisheit

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Arthur Schopenhauer

Eigentlich ist das Leben sinnlos. Dauerhaftes Glück ist nicht möglich, Schmerz und Leid sind ständige Begleiter und einen Zweck hat es auch nicht, da weder Dasein nach dem Tod noch ein gerechter Gott zu erwarten sind, was einem das Ausharren entlohnen würde.

So lautet zumindest das pessimistische Fazit Arthur Schopenhauers, dessen Philosophie das Nichtsein dem Sein vorzieht. Besser wäre es, män würde sein ganzes Wollen und Begehren ein für allemal abstellen. Leider kommt der Selbstmord dafür nicht in Frage, da dieser nicht den wahren Ausweg aus dem Kreislauf des Leidens bietet.

Will man sich aber auf Erden ein halbwegs glückliches Leben machen, so steht Schopenhauer mit Rat zur Seite …

 

Wenn wir im Leben glücklich sein wollen, dann ist es wichtig, zwischen drei Aspekten zu unterscheiden, die unseren Alltag bestimmen:

Was einer ist Was einer hat Was einer vorstellt
Kraft, Schönheit, Gesundheit, Temperament, moralischer Charakter, Intelligenz, Bildung … Geld und Güter was man in der Vorstellung anderer darstellt: Ruhm, Ehre, Rang …
PERSÖNLICHKEIT EIGENTUM UND BESITZ ANSEHEN

Die Persönlichkeit ist das, was in uns selbst ist, wohingegen alles andere nur äußerlich ist. Und das, was in uns ist, hat direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden – alles andere jedoch höchstens indirekt. Alles Äußerliche kann uns nur über einen Umweg glücklich oder unglücklich machen: nämlich über den des Inneren. Dinge wie Besitz oder das, was andere über uns sagen, müssen erst einmal unsere Vorstellungen und Gefühle beeinflussen, um überhaupt etwas mit unserem Glück zu tun haben zu können.

Natürlich ist es nicht vollkommen gleichgültig, was uns passiert: ob wir in einem wohlhabenden Land leben, ob wir gesund oder krank sind, ob ein guter Freund stirbt – all das kann unser Glück beeinflussen. Kann, muss aber nicht, weil es bloß die objektive Hälfte der Wirklichkeit darstellt. Die subjektive Hälfte aber bildet unser Bewusstsein, unseren Charakter. Dem kann niemand entfliehen und er ist ein erster Linie dafür verantwortlich, welches Leben wir führen und wie wir mit den Dingen des Schicksals umgehen.

Das Leben hält für den Menschen mehrere Arten von Genuss bereit: die sinnliche Lust, ein heiteres Familienleben, Geselligkeit, Unterhaltung, Bildung. Die höchsten Genüsse aber bietet dem Menschen nur der Geist. Alles zuvor genannte ist doch nur kurzzeitig und werden schnell schal. Die geistigen Genüsse, die des Denkens, aber sind lang anhaltend und vielfältig. Aber ob wir sie wirklich genießen können, hängt in erster Linie von unserem Charakter ab.