Woher kommt die Angst?

Wenn wir zögern, wenn wir zweifeln, wenn wir nicht handeln, wo wir handeln könnten … wenn wir schweigen, wo wir sprechen müssten, wenn wir nicht die Wahrheit sagen, obwohl wir sie kennen, wenn wir nicht für jemanden oder etwas einstehen, der oder das uns wichtig ist … woher kommt das? Warum weichen wir dem Leben so oft auVon der Angst zum jetzigen Moments?

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Das Leben ist lang genug

Vor kurzem sah ich eine Grafik, in dem ein Leben von neunzig Jahren in Monaten auf einem einzigen DINA4-Blatt dargestellt wurde. Jedes Kästchen steht für einen Monat. Es gibt auch ein Blatt, in dem alle Wochen aneinandergereiht sind. Meine Reaktion: Erschrecken!

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Kümmert euch nicht um die Früchte eures Handelns

Es ist paradox: Den größten Erfolg haben wir, wenn wir uns nicht um ihn scheren. Wie oft haben wir schon erlebt, dass uns eine gute Idee genau dann gekommen ist, wenn wir nicht mehr nach ihr gesucht haben. Wie oft haben wir genau in dem Moment den richtigen Menschen oder den richtigen Augenblick gefunden, sobald wir einmal von unserem krampfhaften Bemühen abgelassen haben.

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Was ist dein Problem?

Unser Verstand liebt Probleme. Er liebt sie so sehr, dass er selber welche erschaffen muss, wenn es keine gibt. Das macht ihn aus, das verschafft ihm Genugtuung, denn nur, wenn wir Probleme haben, brauchen wir ihn. Unser Verstand ist wie der Staat – täglich ist er damit beschäftigt, uns neue, nervenaufreibende Probleme zu bereiten, damit wir ihm dankbar sind, seine Hilfe annehmen und auf ihn hören.Die Kraft der Stille

Das ist seine Existenzberechtigung. Von der Energie, die wir in die Lösung unserer täglichen Probleme stecken, ernährt er sich. Von dieser Nahrung wird er groß und stark, so stark, dass er immer mehr Macht über unser Leben bekommt. Und mit dieser Macht wiederum erschafft und erfindet er Probleme – Probleme die wir ohne ihn gar nicht hätten.

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Das Gesetz von Ursache und Wirkung

Wir verdrängen es gerne, aber wie alles Verdrängte wird es uns irgendwann doch schmerzlich bewusst: Jede einzelne unserer Taten verursacht eine Energie, die früher oder später zu uns zurückfällt. „Wie du säst, so wirst du ernten“, heißt es bei Cicero, und der römische Philosoph drückt damit nichts anderes aus als das ewige Gesetz des Karmas, oder: das Gesetz von Ursache und WirkunToppledominosg. Das Ergebnis mag sich nicht sofort einstellen, wie bei dem aggressiven Autofahrer, der uns rechts überholt und eine Sekunde später gegen die Leitplanke knallt.

Es mag auch nicht immer eindeutig identifizierbar sein, vor allem nicht für Außenstehende – wissen wir doch von Menschen, die in diesem Leben offensichtlich keinerlei Strafe für ihre Taten erhalten, wäre sie auch noch so gerechtfertigt; und auch Dinge, die getan zu haben wir selber bereuen würden, wenn wir an unsere Vergangenheit dächten, scheinen sich manchmal sogar ausgezahlt zu haben. Tatsächlich aber geht es bei dem Gesetz des Karmas um eine Art Einfluss unserer Taten auf unsere Seele; einen Einfluss, den wir nur in uns selber fühlen können – über andere sollten wir daher auch nicht urteilen.

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Das Gesetz des Gebens und Nehmens

DesignWir wollen sie oft nicht wahrhaben, und unsere Sprache versteckt sie manchmal vor uns: die einfache Tatsache, dass das Leben in dauerndem Wechsel begriffen ist. Dass wir vergänglich sind, dass wir nichts festhalten können im Leben, erscheint uns oft als eine schreckliche Vorstellung, die unsere ganze Existenz der Sinnlosigkeit preis gibt. Doch alles in der Welt lebt von diesem ständigen Hin und Her, das erst für den Austausch zwischen allen Formen sorgt.

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Das Gesetz der reinen Möglichkeit

Was sind wir eigentlich? Was macht uns aus? Was sind wir in unserem innersten Wesen, wenn alles andere – Alter, Geschlecht, Rasse, Nationalität, Familie, Erziehung, Erfahrungen, Vorlieben … – weggefallen ist? Wenn wir nicht das sind, was wir denken und fühlen, was bleibt dann noch?IMG_0023

Die reine Bewusstheit, die bloße Achtsamkeit. in unserem tiefsten Inneren sind und bleiben wir immer dieses nackte Sich-bewusst-sein. Und in diesem Bereich sind wir wirklich frei, denn in ihm liegt jede Möglichkeit unseres Lebens begründet. Aus der reinen Aufmerksamkeit heraus entspringt alles Wissen, alle Fühlen, jegliche Intuition – sie ist die Stille, die allen Formen erst zu ihrem Dasein verhilft.

Dieses stille Gegenwärtigkeit ist etwas in uns, was nicht beeinflusst ist von äußerem Geschehen. Es ist immer da, unterliegt allen Regungen in uns und allen Handlungen, die wir vornehmen, während es selber aber nicht von diesen Regungen und Handlungen verändert wird. Die Regungen, Gefühle und Gedanken, sind es, die unsere Individualität ausmachen. Woran wir uns erinnert können und was wir uns wünschen, das bildet den Kern unseres Ego – doch das ist wiederum nur eine Rolle, eine soziale Maske, die wir an- und ausziehen können. Manchmal haben wir diese Erinnerungen, manchmal jene, je nach Situation wünschen wir uns unterschiedliche Dinge, wir handeln und sprechen verschieden je nach den Umständen. Dieses Ego ist es, was uns vergessen lässt, dass wir in unserem Inneren eigentlich bloße Aufmerksamkeit sind. Das Ego ist unersättlich, es braucht stets Bestätigung von außen und es will die Kontrolle behalten. Dabei hat es nur Angst, all dies zu verlieren, und deshalb ist all sein Handeln darauf bestrebt, noch größere Macht zu erlangen.

Doch das ist nicht unser wahres Selbst. Wenn wir uns für einen Moment von unserem Ego befreien, merken wir, dass wir eigentlich ohne Angst sind. Unsere Seele braucht diese Bestätigung durch Erfolge, Befriedigung oder Zuspruch nicht – sie ist immun gegen Kritik und hat keine Angst vor Herausforderungen. Wir können das manchmal erfahren, wenn wir die Stille in uns vergrößern, ihr Raum geben. In Distanz zum alltäglichen Stress, zum Geplauder der Gedanken, zu den Anforderungen und Erwartungen, die man erfüllen zu müssen glaubt, können wir eine Stille erleben, die uns Zugang zu unserem wahren, furchtlosen Selbst verspricht. In dieser Stille – die wir körperlich und geistig erfahren – müssen wir nichts erledigen, wir müssen nur achtsam auf den Moment sein, bloß da sein.

In kleinen Momenten können wir im Alltag immer wieder versuchen, zu dieser Stille, zu dem Raum der reinen Möglichkeiten, Zugang zu erhalten. Am besten üben wir es, wenn wir uns bewusst zurückziehen, in die Natur, in die Betrachtung des Himmel, in das Hören eines Tons, in das Riechen einer Blume. Von diesem Punkt innerer Seelenstille heraus können wir lernen, auch die alltäglichen Aktivitäten um uns herum zu beobachten, ohne sie zu bewerten. Wenn wir davon absehen, alles immer zu bewerten, können wir die Freiheit und die Möglichkeiten um uns herum vermehren. Die Urteile, die wir routinemäßig von uns geben und mit der wir die Welt in Gut und Böse (für uns angenehm oder unangenehm) einteilen, hindern uns oft nur daran, die Welt so wahrzunehmen, wie sie wirklich ist. Erst dann, wenn wir uns das erlauben, können wir schließlich lernen, uns selbst zu akzeptieren.