Kümmert euch nicht um die Früchte eures Handelns

Es ist paradox: Den größten Erfolg haben wir, wenn wir uns nicht um ihn scheren. Wie oft haben wir schon erlebt, dass uns eine gute Idee genau dann gekommen ist, wenn wir nicht mehr nach ihr gesucht haben. Wie oft haben wir genau in dem Moment den richtigen Menschen oder den richtigen Augenblick gefunden, sobald wir einmal von unserem krampfhaften Bemühen abgelassen haben.

Sobald wir nicht mehr an das Ergebnis unseres Handelns denken, sind wir frei wirklich spontan zu handeln – frei von allen Sorgen darum, ob wir es auch wirklich hinkriegen, ob wir wirklich schaffen, was wir uns vorgenommen haben, und ob das Ergebnis wirklich so gut wird, wie wir erhofft haben.Die Früchte unseres Handelns

Wir haben zwei Möglichkeiten unser Leben zu leben: Entweder leben wir mit der Zeit oder wir leben in der Zeit. Unsere normale Art und Weise das Leben zu führen besteht darin, MIT der Zeit zu leben. Wir planen, wir organisieren, wir denken an die Zukunft, wir projizieren unsere Wünsche auf einen späteren Zeitpunkt und identifizieren uns mit dem, was geschehen ist – mit unserer Vergangenheit, mit unserem Charakter. Das ist die Zeit der Uhrzeit, der linear  verlaufenden, mechanischen Zeit, deren Einheiten beliebig unterteilbar und voneinander abtrennbar sind.

Die andere Art und Weise zu leben besteht darin, im gegenwärtigen Augenblick präsent zu sein. Diesen Augenblick können wir nicht teilen. Er ist immer da. Und immer gleich.

Immer, wenn wir achtsam sind auf das, was wir in diesem gegenwärtigen Augenblick tun, sind uns die Ergebnisse im Grunde genommen gleichgültig. Und sie können es auch sein. Wir machen uns keine Sorgen um Resultate, um die Früchte unseres Handelns, sondern wir vertrauen darauf, dass sie sich von ganz alleine einstellen werden.

Wie aber merken wir, ob wir mit der Zeit, also voller Nostalgie und Erwartung, oder in der Zeit, also achtsam auf den jetzigen Moment, leben?

Wir fragen uns: Tue ich das, was ich gerade tue, unbeschwert und voller Leichtigkeit? Oder tue ich es widerstrebend und halbherzig? Empfinde ich Freude und Erfüllung oder Last und Mühe im gegenwärtigen Augenblick?

Wer das, was er tut, mühevoll tut, kann oft wenigstens die Art und Weise seines Handelns verändern. Oft ist es wichtiger auf das „Wie“ unseres Tuns zu achten als auf das „Was“. Manchmal können wir nicht wählen, was wir tun. Aber wie wir es tun, steht in unserer Macht. Sobald wir uns auf das Tun selber konzentrieren, aufmerksam und achtsam sind und es voll und ganz akzeptieren, verändern wir die Art und Weise unseres Erlebens. Wir verändern unsere Welt. Mehr und mehr wird alles, was wir tun – bis hin zu den kleinsten und unscheinbarsten alltäglichen Handlungen – von Sorgfalt und Liebe durchdrungen.

Wir sorgen uns nicht mehr darum, ob unser Handeln wirklich Erfolg hat. Wir achten darauf, ob wir genau jetzt – unabhängig vom Inhalt unseres Handelns – stille Freude und Erfüllung finden.

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4 Gedanken zu “Kümmert euch nicht um die Früchte eures Handelns

  1. Ich glaube die Sehnsucht nach dem Erfolg ist etwas, was uns diese Leidenschaft nimmt bzw. diese Herzlichkeit. Der jetzige Erfolg, der folgen muss, ist unrealistisch. Doch die Meisten streben nach diesen, da die Geduld im Menschen sehr begrenzt ist. Ängste treiben einen dazu an, sich um diese Probleme zu sorgen. Soziale Anerkennung spielt auch eine große Rolle. Ob wir unsere Welt damit verändern können, würde ich bezweifeln. Es widerstrebt mir, zu sagen, dass unser Erfolg das ist, was die Welt ausmacht. Wenige Erfolge bzw. Handlungen verändern die Welt, ansonsten müssten wir annehmen, dass jeder Mensch eine Aufgabe bzw. Sinn auf dieser Welt hat. Dies zu rechtfertigen, ist sogar philosophisch schwierig. Ich würde mich freuen, wenn du ein Artikel über die Aufgabe vom Menschen schreibst, da dies doch ein recht interessantes Thema ist. 🙂

  2. „Wir fragen uns: Tue ich das, was ich gerade tue, unbeschwert und voller Leichtigkeit?“ … meine Antwor ist JA ! Ich durchstöbere dein interessantes Blog und denke, dass ich da viel entdecken werde, das mich „berührt“ …

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