Das Gesetz des Gebens und Nehmens

DesignWir wollen sie oft nicht wahrhaben, und unsere Sprache versteckt sie manchmal vor uns: die einfache Tatsache, dass das Leben in dauerndem Wechsel begriffen ist. Dass wir vergänglich sind, dass wir nichts festhalten können im Leben, erscheint uns oft als eine schreckliche Vorstellung, die unsere ganze Existenz der Sinnlosigkeit preis gibt. Doch alles in der Welt lebt von diesem ständigen Hin und Her, das erst für den Austausch zwischen allen Formen sorgt.

Ohne diesen Austausch wäre alles tot und reglos, zwischen den einzelnen Dingen gäbe es keinerlei Einfluss, keinerlei Veränderung. Alles bewegt sich ständig, wird geboren, wächst und gedeiht, geht zu Grunde und wird erneut – in anderer Form – geboren.

Auch unser Körper steht in diesem Austausch, solange er lebt und noch darüber hinaus. Jede Bewegung ist ein Austausch zwischen dem physischen Körper, den wir unseren eigenen nennen, mit dem wir uns identifizieren, und dem physischen Körper, der uns umgibt. Wenn wir atmen, interagiert unser Körper mit der Umwelt, tauscht im Sekundentakt Trillionen von Atomen aus, unsere Zellen sterben ab und erneuern sich, unsere Gedanken schweifen hierhin und dorthin, werden angestoßen und verlieren sich – durch diesen stetigen Wechsel halten wir uns am Leben und verändern uns zur gleichen Zeit.

Es ist ein konstanter Strom zwischen Geben und Nehmen, der uns am Leben hält. Dieser Strom kann nicht aufgehalten werden ohne dass wir uns selbst schaden würden. Wer nur ein- oder nur ausatmet, ohne der ewigen Bewegung nachzugeben, wird das bald merken. Wenn wir aber bewusst mit diesem Strom mitgehen, ihn als notwendig und lebenserhaltend verstehen, können wir der Veränderung viel Positives abgewinnen. Ja, wir lernen dadurch, dass wir die Bewegung und den Wechsel akzeptieren, eins mit ihm werden, das wahre Wesen der Welt kennen und schätzen.

Deutlich wird uns das im Akt des Gebens. Wenn wir bewusst etwas „von uns“ abgeben, sei es etwas Materielles, ein Gefühl oder einen Gedanken, dann nehmen wir am Gesetz des Kosmos teil. Wir stehen nicht länger im Weg, wenn der Kosmos sich verändern will, wir halten nicht fest an Ideen, Freunden oder Geld, sondern wir lassen los und geben mit ganzem Herzen und vollem Bewusstsein. Dem Gesetz des Gebens und Nehmens zu widerstehen beschert uns Angst und Unsicherheit; ihm nachzugeben bedeutet Freiheit und Freude. Es muss nicht viel sein: ein Lächeln, ein Kompliment, ein freundliches Wort, ein Gebet, ein kleines Mitbringsel. Auch anzunehmen „will“ gelernt sein – die Natur schenkt jeden Tag, wir müssen nur bereit sein, es als Geschenk zu beachten: das Singen eines Vogels, Frühlingsregen, ein Regenbogen, ein Sonnenuntergang – alles kann Geschenk sein.

Deepak Chopra und David Simon geben in ihrem Buch „Die sieben geistigen Gesetze des Yoga“ folgende Tipps, um täglich zu lernen, das kosmische Gesetz des Gebens und Nehmens wertzuschätzen:

Deepak_Chopra

  1. Sei dir deines Atmens bewusst. Nimm ihn als Modell für den stetigen Fluss der Veränderung – im Ausatmen und Einatmen erlebst du, dass du nur leben kannst, wenn du ebenso gut geben wie nehmen kannst.
  2. Kultiviere Dankbarkeit. Sei dankbar für alles, was dir bisher in deinem Leben gegeben wurde, was immer und wie viel es auch sei. Genieße die Gelegenheit, jetzt empfinden zu können, zu atmen, zu fühlen, zu denken, dich bewegen zu können. Erst wenn du achtsam registrierst, was das Leben dir geschenkt hast, wenn du es wertschätzt, kannst du das Leben als solches feiern.
  3. Höre auf deinen Körper. Mit der Absicht, den Bedürfnissen deines Körpers zuzuhören, sie zu beachten, ihnen nachzugeben, stärkst du deine Fähigkeit, dir selbst und anderen mit Nachsicht und Freude zu begegnen.
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