Alles hinter sich lassen

Je stärker uns das Effizienzdenken ergreift, desto verführerischer wird die Einstellung, immer mehr in immer weniger Zeit zu tun. Schneller zu werden und die Pausen ausfallen zu lassen, wenn sie nicht wirklich wichtig sind. Auch die kleinen, oft unmerklichen Übergange von einer Aktivität zur anderen, von einem Menschen zum anderen lassen wir unbewusst ausfallen. Je schneller wir uns der nächsten Aufgabe widmen – denken wir –, desto schneller können wir sie erledigen. Desto erfolgreicher wird unser Leben sein.

Nicht nur den Momente, die der Arbeit gewidmet sind, sondern auch in denen, die wir schöpferisch, kontemplativ, spielerisch, liebend verbringen, nehmen wir mehr und mehr die Logik der Maschine an. Wir denken und erleben in quantitativen Kategorien, weil wir unsere Identität und unseren Selbstwert von der Zahl der erzählbaren Erlebnisse, der fotografierten Momente, der gelesenen Bücher und der aufzählbaren Freunde abhängig machen.confirmez

Das führt oft dazu, dass wir die einzelnen Momente gar nicht mehr unterscheiden, sondern von einem zum anderen hetzen, ohne innezuhalten und wirklich dazusein. Ohne den Moment wirklich genießen zu können. Schließlich erleben wir unseren Alltag als Abfolge von stressigen Situationen, die Menschen um uns herum als nervig und die Zeit als immer zu knapp.

Dabei haben wir für das, was zählt, genau so viel Zeit, wie wir brauchen. Wir müssen nur dabei sein. Wenn wir irgendwo ankommen, sollten wir innehalten, durchatmen, lächeln, wahrnehmen, einfach nur da sein. Ebenso, wenn wir mit einem anderen Menschen zu tun haben oder uns einer anderen Aufgabe widmen. Wir können in diesen Pausen ein Teil von dem, was wir emotional und mental „im Gepäck“ haben, zurücklassen: unsere Gedanken und Gefühle, unsere Erwartungen und Wünsche, unseren Stress und Zeitdruck.

Normalerweise schleppen wir all das ständig mit uns herum, egal wo wir sind und wo wir hinkommen. Dementsprechend sind auch unsere Gespräche, unser gesamtes Tun davon beeinflusst, wie viel wir mit uns herumtragen.

Sobald wir uns aber bewusst die Zeit dafür genommen haben, wirklich innezuhalten und wahrzunehmen, wo wir sind, wer die anderen sind, wie alles aussieht, riecht,sich anhört und anfühlt, dann können wir mit dem neuen Moment in unserem Leben besser und stressfreier umgehen. Denn dann erinnern uns daran: wir sind genau da, wo wir sein sollen. Die vergangenen Momente sind vorbei, sie haben nichts mehr zu bedeuten – es sein denn, wir halten krampfhaft oder auch nur unbewusst an ihnen fest. Die zukünftigen Momente existieren noch nicht, also müssen wir uns auch nicht mit ihnen herumschlagen. Wenn wir loslassen, merken wir, dass wir dem Moment offener gegenüber treten können. Das kann nur über bewusste sinnliche Wahrnehmung geschehen, die uns den Wert des Moments vermittelt.
Wie beim Atmen.

Das Lassen – das Nicht-Tun – und die Pause sind essenziell beim Atmen und im Leben und lassen ein ‚Ausbrennen’ nicht zu.

Erst dann können wir ihn wirklich genießen. Können wir unser Leben genießen.

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7 Gedanken zu “Alles hinter sich lassen

  1. wir kümmern uns ziemlich viel um dinge,die fernab von uns liegen.dinge ,die nichts mit uns zu tun haben.so dient der so genannte brotwertwerb inzwischen nicht bloß dazu,sich und z.b. die familie
    (und wenn es das doch tut,dann bleibt zumeist am schluss wenig übrig, um über genuss nachdenken zu können) zu ernähren,sondern gestaltet sich als äusserst zeit raubend.wir finden nicht mehr in uns zurück. der weg zu uns und unserem selbst erscheint als verstellt und uneinsehbar. dabei hatten wir soviel pläne. um die frage nach dem genuss in kürze zu beantworten,so ist hier vorweg zu bemerken,dass es niemals eine einheitliche antwort geben wird. wir sind individiuen (individuum bedeutet : das unteilbare) ,und das ergibt auch den hinweis auf eine mögliche vorgehensweise, die anzustreben zumindest keinen schaden bringen kann; zudem gibt es ohnehin für nichts eine garantie,auch wenn unsere leistungs-u.wachstumsgesellschaft uns dies mit allen mitteln einzuschärfen versucht.es kann helfen,zu sich selbst zu finden,(wieder)mit sich eine einheit zu bilden.und dies allein schon deswegen,weil man sich selbst am besten kennt – und zwar von geburt an! sobald vom individuum eine methode angewendet wird,die dazu beiträgt, sich mit sich selbst zu vereinigen, steuert man in jedem fall einem prozess der aufopferung und einer möglichen selbstzerstörung entgegen.der kernsatz hierzu könnte lauten: wenn du mit dir selbst zufireden bist,unabhängig von dem,was und wie andere über dein wirkendes verhalten urteilen,bist du auf dem weg, unabhängig zu sein.ein schritt in richtung freiheit ist gegangen worden. grundsätzlich gilt es, den brotwerwerb als legitime nebensache anzuerkennen,und in jedem fall nicht als die hauptsache. mit dieser sichtweise ist die richtung klar,mit der demnach auch die menschen ,die von uns abhängen oder die schlichtweg mit uns zusammen sind, in den wirkkreis der heilvollen selbsterkenntnis aufgenommen sind. die einsicht ,dass man nicht dem betrieb oder der beruflichen aufgabenstellung gehört, ist solch ein erster schritt. wenn diese einsicht zu einer selbstüberzeugung wird( was gleich bedeutend damit ist,dass man sich dieser sache auch sicher zu sein hat),dann hat das individuum eine gute ausgangsbasis, andere,die von ihm abhängen,mit dem gleichen wissen zu konfrontieren. aber wie kommt das individuum dort hin? ist es einfach bloß die kneipe, die nach feierabend den ersehnten moment des abschaltens hervorruft und sich in kurzes glück verwandelt. ist es die krimiserie,auf die das individuum die ganze woche hindurch wartet? wohl kaum.das ist bloß die umkehrung der alten situation,die das schaffende individuum zum abhängigen macht. damit verbaut man sich die sichtweise auf sich selbst ,weil die (berufliche) aufgabe voran steht.man ist nicht in der lage,abzuschalten.zu sich zu finden . und mit einer unabhängigkeit hat dies abenso viel gemein. unanbhängigkeit,die zur freiheit führen kann,beginnt mit dem prozess einer selbstbeobachtung. diese selbstbeobachtung führt unweigerlich zu eienr selbsteinsicht. hier empfehle ich yoga ,und dies am besten in einer gruppe,mit deren hilfe die möglichkeit des erfahrungsaustausches aufgenutzt werden kann.in weiteren fälle – was ich persönlich sehr empfehlen kann – ist die praxis der meditation . meditation liest sich mystisch,ist aber bereits fester bestandteil der selbstfindung bei menschen,die einen ausgleich suchen.meditationen sind betrachtungen der gegenwart, und bei bestimmten übungen(wie z.b. der achtsamkeit beim atmen),wird auch festgestellt,wie sehr man seinen eigenen atem als selbstverständlich, ähnlich wie den übrigen,gesamten körper, einfach nur hingenommen und wie einen gegenstand behandelt hat. zudem ist meditation äusserst gesundheitsfördernd. literatur hierzu tut ihr übriges, und diese muss nicht einmal hochkompliziert sein.meditation ist ein mittel,mit dem man den alltagsstress hinter sich lassen kann,und nebenher bekommt man eine ungemein neue sichtweise auf sein eigenes dasein,wie man es bisher noch nicht hatte. freundschaften mit z.b. neuen menschen,denen man vertrauen entgegen bringt und die keine werturteile ausüben bringen diesen weg des sich an die gegenwart erinnerns ebenso voran.der effekt hierbei ist die zunahme der achtsamkeit den dingen des gegenwärtigen alltages gegenüber. was hilft uns die vergangenheit-sie ist vorbei.was können wir mit der zukunft anfangen- sie ist und bleibt auf immer ungewiss. wichtig und wirksam ist die gegenwart,denn die ist jetzt …, und sie ist umwegslos wirksam-sie ist das,was auf uns eine auswirkung hat.den ndas ,was auf uns wirkt,ist die wirklichkeit., wenn wir uns bloß um das kümmern,das wir für die zukunft anstreben,vergessen wir,wer wir sind.und wo wir sind.wir vergessen,dass wir im jetzt leben.
    .

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